Beitrag von Martin Veltum
Am Dienstag wurde die Sport- und Kulturhalle Geismar zur Bühne einer besonderen Begegnung. Unter dem Motto „Trommelgeschichten mit Markus Hoffmeister“ erlebten Kinder, Eltern und Erzieher einen Vormittag und Nachmittag voller Rhythmus, Spannung und tiefer Botschaften.
Der Erzähler und Musiker vom „TheoMobil e.V.“ entführte seine Gäste auf eine „biblische Trommelreise“ – ein Projekt, das weit mehr ist als ein einfacher Workshop.
Vom Regen auf der Arche bis zum Wolf von Gubbio
Bereits am Vormittag tauchten die jüngsten Gäste ein: Die drei- bis vierjährigen Kinder „stiegen“ buchstäblich in die Arche Noah ein. Sie trommelten die Bewegungen der Tiere, den prasselnden Regen und die Rettung aus der Sintflut mit.
Für die älteren Kinder erzählte Hoffmeister das Gleichnis vom verlorenen Schaf namens „Joschi“ – eine Geschichte, die auf eindrückliche Weise vermittelt, dass Gott uns sucht, nicht wir ihn.
Am Nachmittag stand dann die Geschichte vom heiligen Franziskus und dem Wolf von Gubbio im Mittelpunkt – eine Erzählung über Liebe zur Schöpfung und die Verwandlungskraft des Glaubens: „Komm, mein Bruder Wolf“, so Franziskus‘ Haltung, die selbst einen gefürchteten Räuber zum Guten wandelte.
„Die Liebe kann alles bewegen – das ist die Grundhaltung des christlichen Glaubens, dass wir mit allem verbunden sind“, so der Tenor des Nachmittags.
„Kein Trommelworkshop, sondern eine eigene Kunstform“
Doch was macht dieses Projekt so besonders? Markus Hoffmeister, der als Erzähler durch ganz Deutschland reist, betont: „Es ist kein reiner Trommelworkshop, sondern ein anspruchsvolles, pädagogisch wertvolles Erzählprojekt.
Wir wollen die Erzählkunst als eigene Kunstform wiederbeleben – so wie es früher in der Rhön die Volkserzähler gab, die heutigen Kabarettisten.“
Tatsächlich gelang es Hoffmeister, die Kinder mit seinen Geschichten zu fesseln und in eine andere Welt eintauchen zu lassen. Die Kombination aus rhythmischem Trommeln, interaktiven Elementen und wertvollen Lebensweisheiten machte den Tag zu einem mitreißenden Erlebnis für Jung und Alt.
Eltern, Großeltern und Kinder trommelten am Nachmittag gemeinsam – ein echtes Gemeinschaftserlebnis, das beim geselligen Ausklang mit Kaffee und Kuchen im Kindergarten nachhallte.
Premiere für gemeinsames Projekt von Kita und Schule
Erstmals fand die Trommelreise in Geismar als gemeinsames Projekt des Kindergartens „St. Michael“ unter der Leitung von Michaela Nimmich und der Grundschule Geismar unter der Leitung von Kathrin Rübsam statt.
Die enge und gute Kooperation ermöglichte es, dass bereits am Dienstag ältere Geschwisterkinder aus der Grundschule hereinschnuppern konnten – einen Tag vor ihrem eigenen Termin am Mittwoch.
Michaela Nimmich, Leiterin des Kindergartens, zeigt sich begeistert: „Schön, dass diese Trommelreise in Kooperation mit der Grundschule Geismar möglich war! Einige ältere Geschwisterkinder aus der Grundschule hatten die Gelegenheit genutzt, auch schon mal reinzuschnuppern, was sie da am Mittwoch erleben werden.“
Wertschätzung für ein engagiertes Team
Der katholische Kindergarten „St. Michael“, dessen Träger die Kirchgemeinde „St. Nikolaus“ unter Pastor Dr. Kämpf ist, legt einen besonderen Schwerpunkt auf Religionspädagogik.
Bis zu 75 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt werden hier von elf pädagogischen Fachkräften betreut. Das christliche Menschenbild und ein achtsames Miteinander prägen den Alltag – beste Voraussetzungen für ein Projekt, das Geschichten aus der Bibel lebendig werden lässt.
Die Grundaussage der Arche Noah – dass Gott seine Freundschaft unwiderruflich anbietet – sowie das Gleichnis vom verlorenen Schaf fanden so einen direkten Zugang zu den Herzen der Kinder.
Ein Projekt mit Wirkung
Die Trommelreise von Markus Hoffmeister ist deutschlandweit unterwegs (mehr unter www.trommelreise.de).
In Geismar war es eine Premiere, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird: rhythmisch, musikalisch, interaktiv und voller Geschichten, die unter die Haut gehen – eine echte Bereicherung für das kulturelle und religiöse Leben im Ort.






